Die Vorfreude auf Karneval in NRW ist groß. Doch der Spaß hat auch seinen Preis. Die Kosten für Kostüme und Schminke sind erst der Anfang. Speis und Trank, Anreisekosten, Eintritt zu den einzelnen Veranstaltungen und Übernachtungsmöglichkeiten. Oh je, das wird nicht billig.
Besonders viele Menschen wird es vom 27. Februar bis 3. März 2025 in die Karnevalshochburg Köln ziehen. Doch hier könnten die Jecken nach Berechnungen des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) besonders viel Geld lassen.
Karneval: Hohe Einnahmen erwartet
Für Gastronomen und Einzelhändler sind die Karnevalstage in NRW-Städten wie Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln wie Weihnachten und Neujahr auf einmal. Hier versprechen sie sich große Einnahmen, von denen sie das ganze Jahr über noch zehren können. Und laut der Analyse des IW könnte Karneval in diesem Jahr bundesweit mindestens 2,1 Milliarden Euro in die Kassen spülen. In der vorherigen Karnevalssaison war ein Gesamtumsatz von gut 1,7 Milliarden Euro prognostiziert worden.
Vor allem die Gastronomie wird sich den Prognosen zufolge die Hände reiben können. Das IW rechnet mit einem Umsatz von 925 Millionen Euro für Speis und Trank. Dahinter folgt der Einzelhandel, der am Verkauf von Kostümen und Süßigkeiten verdient, mit 449 Millionen Euro. Bahntickets und Taxifahren bringen voraussichtlich etwa 322 Millionen Euro ein, Hotelübernachtungen 240 Millionen Euro. Rund 179 Millionen Euro entfallen auf andere Bereiche.
Das Plus an Einnahmen liegt zum einen daran, dass die Karnevalssaison mit 115 Tagen dieses mal besonders lang und damit 20 Tage länger als im Vorjahr geht. Aber auf der anderen Seite sind auch die Preise in vielen Bereichen gestiegen. In einer Kneipe in Köln zahlen Jecken alleine für den Eintritt 111 Euro!
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Satter Hotel-Aufschlag in Köln
Besonders tief in die Tasche greifen müssen, werden wohl Menschen, die extra von weiter weg anreisen und sich ein Hotelzimmer gebucht haben. Laut den Ökonomen zahlen Karnevalsfans in Köln am meisten für eine Übernachtung. Eine Nacht im Doppelzimmer für zwei Erwachsene kostet an den Hauptkarnevalstagen im Schnitt 105 Euro und damit knapp 80 Prozent mehr als sonst. In Mainz oder Düsseldorf sind die Zimmer hingegen kaum teurer als sonst.
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Das Institut berechnet den zu erwartenden Karnevalsumsatz seit 2019/2020. Die Forscher analysieren dafür die Verteilung der Einnahmen auf Grundlage früherer Studien und schreiben die Daten unter Berücksichtigung des Verbraucherpreisindex fort, bereinigt um die Dauer der Karnevalssession. Ihre Berechnungen basieren nur auf Schätzungen, die der Realität aber sehr nah kommen sollen. Zahlen zum tatsächlichen Umsatz durch den Karneval gibt es laut IW jedoch nicht. (mit dpa)