Anders als beispielsweise „Hartz und herzlich“ zeigt die RTL-Zwei-Bürgergeld-Doku „Hartz Rot Gold“ noch mehr die Abgründe. Die Dramen, die sich in Gebieten mitten in Deutschland abspielen, die als abgehängt gelten. Viertel, in den Kriminalität und Armut an der Tagesordnung sind. Viertel, dessen Wohnungen nicht weg gehen wie warme Semmeln.
Es sind Viertel wie der Kölnberg im Kölner Stadtteil Meschenich. Riesige Plattenbauten bestimmen hier das Bild. Kriminalität, Drogen, Verzweiflung sind hier nahezu greifbar, wie es in der RTL-Zwei-Bürgergeld-Doku anmutet. Die Kriminalitätsrate sei sogar so hoch, dass die Kölner Polizei sich bereits im Jahre 1999 dazu entschied, eine Dienststelle in einem der Plattenbauten zu errichten. Und die Beamten haben gut zu tun.
Polizeieinsatz bei Bürgergeld-Doku
So begleitet RTL Zwei unter anderem Polizei-Hauptkommissar Thilo Lotterer. „Hier wohnen zu 85 Prozent Migranten. Dann haben wir die Deutschen, die hier wohnen. Sie sind aus dem Alkoholiker-Milieu, aus dem Drogen-Milieu. Es ist ein klassischer Täter-Rückzugsraum würde ich sagen“, erklärt der Beamte.
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Brisant: Rund 600 staatsanwaltliche Vorgänge müssen hier pro Jahr bearbeitet werden, die meisten davon sind Aufenthaltsermittlungen und Haftbefehle. Manchmal aber meldet sich auch die Hausverwaltung und bittet um Hilfe. In einer Wohnung sollen Roma illegal untergekommen sein. Und während die RTL-Zwei-Kameras mit filmen, bieten sich den Zuschauern unerträgliche Bilder. Die Wohnung ist befallen von Kakerlaken, überall kreucht und fleucht es. „Eigentlich ist es unvorstellbar“, sagt Oberkommissar Wolfgang Neidel deutlich.
Alles Wissenswerte zum Bürgergeld
Doch der Dreck ist nicht nur in den Wohnungen zu finden. Immer wieder müssen die Polizisten feststellen, dass die Hausflure der riesigen Wohnanlagen als Toilette missbraucht werden – filmen die RTL-Zwei-Kameras doch Hinterlassenschaften jeglicher Art und Größe, während die Polizisten die Treppen hinabgehen. Und auch diejenigen, die keine Wohnung haben, finden hier ein Obdach. Blutflecken, Spritzen, Kot und Urin – die Lage ist dramatisch.
Die Bilder einfach unerträglich. Für die beiden Polizisten ist es der traurige Arbeitsalltag.