Sie gehört zu den populärsten Gesichtern ihrer Partei, ist nach der Wahl gar zu einer der wichtigsten Stimmen der Grünen geworden: Katharina Dröge. Die Münsteranerin war am Donnerstagabend bei Markus Lanz zu Gast. Und auch dort hielt sie mit ihrer Meinung zu den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD nicht hinter dem Berg. Im Gegenteil: Sie schickte gar eine kleine Drohung in Richtung der beiden potenziellen neuen Regierungsparteien.
Auf die Frage von Markus Lanz hin, welches Gefühl in ihr beim Blick auf die Koalitionsverhandlungen vorherrsche – Frust oder Mitleid, antwortete die 40-jährige Grünen-Fraktionsvorsitzende: „Vor allen Dingen die Sorge, dass CDU und SPD jetzt eine Verabredung miteinander treffen, die für das Land nicht gut ist. Wir haben eigentlich mit dem Sondervermögen eine gute Grundlage geschaffen, dafür dass wir das Richtige tun können, aber wenn ich mir alleine das Thema Klimaschutz anschaue, dann ist das, was dort diskutiert wird, am Ende der erklärte Bruch des Klimaziels 2030. Und das ist aus meiner Sicht fatal und da werden sie mit einer harten Kritik von uns Grünen rechnen müssen.“
Markus Lanz hat Grünen-Chefin Katharina Dröge zu Gast
Es sind knallharte Worte einer Frau, die selbst von sich sagte, dass sie niemals so werden wolle wie Friedrich Merz. „Ich habe das sehr konkret gesagt, auch mit Bezug auf die Art und Weise, wie er in der Opposition Politik gemacht hat. Es ist ja jetzt sehr klar, dass er eine Reform der Schuldenbremse für notwendig hält. Er hat sich in der Bundestagsdebatte, wo er und ich auch ein bisschen in Streit geraten sind, hat er sich hingestellt und hat gesagt: ‚Frau Dröge, es ist doch für die Wirtschaft wichtig, dass man jetzt diese Kredite aufnimmt, um zu investieren, damit die Wirtschaft wächst.‘ Und ich habe innerlich gedacht, machen Sie eigentlich Witze?“, so Dröge sichtlich sauer.
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„Weil genau das habe ich ihm drei Jahre vorher gesagt. Dass wir Kredite aufnehmen müssen, um zu investieren, damit die Wirtschaft wächst“, so die Grünen-Politikerin. Damals aber habe sich Merz hingestellt, behauptet, SPD und Grüne könnten nicht mit Geld umgehen. Schließlich müsse man nur beim Bürgergeld kürzen, um die notwendigen Milliarden zusammenzukratzen.
„Nichts davon hat er ganz offensichtlich ernst gemeint, weil er zu hundert Prozent das Gegenteil nach der Wahl gemacht hat. Und das ist eine Form von Unehrlichkeit, die ich niemals in der Politik in der Form machen möchte“, so Dröge knallhart.