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Erdogan mit voller Härte – Behörde verhängt Verbot gegen kritischen Sender

Türkei-Präsident Erdogan geht mit harter Hand gegen kritische Medien vor. Ein oppositioneller TV-Sender erhält jetzt ein Sendeverbot.

Erdogan erteilt einem oppositionellen TV-Sender eine vorübergehende Sendesperre.
© IMAGO / Depo Photos

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Mehr als eine Woche nach der Festnahme des beliebten Oppositionspolitikers Ekrem Imamoglu gehen Erdogan und seine türkischen Behörden mit zunehmender Härte gegen Medien vor, die über die dadurch ausgelösten Massenproteste in dem Land berichten. Die Rundfunkaufsicht verhängte jetzt ein Sendeverbot gegen einen türkischen Fernsehsender.

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Erdogan erteilt Sperre an TV-Sender

Die staatliche Rundfunkaufsicht RTÜK von Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan verhängte am Donnerstag (27. März) ein Sendeverbot gegen den oppositionellen Fernsehsender Sözcü TV. Sözcü TV sei „mit einem zehntägigen Sendeverbot belegt“ worden, hieß es in einer Erklärung von RTÜK.

Darin wird dem Sender die „Anstiftung der Öffentlichkeit zu Hass und Feindseligkeit“ bei der Berichterstattung über die anhaltenden Massenproteste vorgeworfen. Sollte der Sender nach Ablauf der Sperre weitere „Verstöße“ begehen, werde ihm die Lizenz entzogen, erklärte RTÜK weiter. 

BBC-Reporter ausgewiesen

Der britische Sender BBC gab die Ausweisung eines Korrespondenten bekannt. Der BBC-News-Korrespondent Mark Lowen sei am Mittwoch aus seinem Hotel geholt worden, erklärte BBC-News-Chefin Deborah Turness und sprach von einem „äußerst beunruhigenden Vorfall“. Ein am Montag festgenommener Fotograf der Nachrichtenagentur AFP wurden indes wieder freigelassen. 

Unterdessen will die Opposition die Proteste im Land sogar noch ausweiten. Ihr Ziel: Die Freilassung des Istanbuler Bürgermeisters aus der Haft. Imamoglu gilt als potenziell aussichtsreichster Herausforderer von Erdogan bei der für 2028 angesetzten Präsidentenwahl und wurde von der größten Oppositionspartei als Kandidat aufgestellt.


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Wegen Korruptions- und Terrorvorwürfen wurde der Erdogan-Gegner festgenommen und am Sonntag als Bürgermeister der Millionenmetropole Istanbul abgesetzt. Imamoglu selbst bestreitet alle Vorwürfe und wirft der Regierung vor, ihn mit den Ermittlungen politisch kaltstellen zu wollen. (mit dpa/AFP)