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Kritik an AfD-Politiker: Das steckt hinter dem mysteriösen Symbol auf seinem Revers

NS-Symbol in der Bundestags-Sitzung? Der AfD-Abgeordnete Torben Braga gerät ins Zentrum der Kritik und sieht sich unschuldig.

Braga wehrt sich gegen Vorwürfe: Trug er wirklich ein rechtsextremes Symbol im Bundestag?
© IMAGO/Jacob Schröter

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Kaum über die Grenzen seiner Partei hinweg bekannt ist der AfD-Abgeordnete Torben Braga. Ein kleines, vermutlich sorgfältig ausgewähltes Accessoire hat das nun geändert, denn Braga hat damit eine Symbolik an sein Revers geheftet.

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Sie ist unscheinbar, eigentlich recht hübsch. Im Sommer zaubert sie kleine blaue Flecken in die gelben Kornfelder und doch: Die Kornblume hat eine grausame Bedeutung, schmückt sie die Brust der falschen Träger. Der Träger war nun mutmaßlich der AfD-Politiker Braga, der sie bei der konstituierenden Sitzung im Bundestag trug.

Blauer Fleck auf AfD Revers sorgt für Empörung

Die blaue Kornblume war das Erkennungszeichen der antisemitischen Schönerer-Bewegung in Österreich und wurde später von der verbotenen NSDAP in den 1930er Jahren als geheimes Symbol genutzt. Da die Partei unter Engelbert Dollfuß in Österreich verboten war, trugen ihre Anhänger die Kornblume als unauffälliges Zeichen der Zugehörigkeit.

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Nach dem „Anschluss“ 1938 verlor das Symbol an Bedeutung, wird aber heute gelegentlich von rechtsextremen Politikern als subtile Provokation eingesetzt. Besonders in Österreich hat die FPÖ in der Vergangenheit mit dem Tragen der Kornblume für Diskussionen gesorgt, ähnlich wie es auch bei einigen AfD-Politikern der Fall war.

Der Historiker und KZ-Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner ist sich gegenüber der „taz“ sicher, Braga kenne diese Bedeutung. „Im rechtsextremen und neurechten Milieu ist man sich der NS-Symbolik der Kornblume sehr bewusst.“

Die NS-Bedeutung der Kornblume

Der junge AfD-Politiker weist die Vorwürfe gegenüber der „taz“ zurück und behauptet, es handele sich nicht um eine Kornblume, nennt aber keine alternative Erklärung. Stattdessen greift er Kritiker Wagner auf X an.

Wagner sieht darin eine typische AfD-Strategie: „Erst begeht man mit positiven Bezügen zum Nationalsozialismus einen Tabubruch. Und wenn es dann berechtigte Kritik gibt, stellt man sich dumm und inszeniert sich als Opfer angeblicher Diffamierung.“


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