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Caren Miosga entlockt Lars Klingbeil pikantes Merz-Detail – „Hat er mir angeboten“

Einblick in die Koalitionsverhandlungen bei Caren Miosga. In der ARD-Talkshow gibt Klingbeil etwas Überraschendes preis.

© Screenshot ARD Mediathek

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Mitten in den Koalitionsverhandlungen tritt SPD-Boss Lars Klingbeil bei Caren Miosga auf. In der ARD-Talkrunde geht es zunächst um die Lage der Sozialdemokraten nach der Bundestagswahl und die Regierungsbildung. Viel verrät Klingbeil dabei nicht, doch hier und da kann Miosga doch Details entlocken.

Besonders bei Fragen zum Umgang der Parteichefs untereinander wird es interessant. Friedrich Merz und Klingbeil haben sich deutlich angenähert. Doch wie sieht es mit seinem Verhältnis zu Saskia Esken aus?

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„Habe das ein oder andere neu gelernt über Friedrich Merz“

Man habe sich im Wahlkampf nichts geschenkt, macht Klingbeil mit Blick auf den CDU-Kanzlerkandidaten klar. Doch nach der Wahl und angesichts des Ergebnisses sei man nun zu einer vernünftigen Zusammenarbeit verpflichtet. „Da muss ich sagen, habe ich nach der Wahl schon das ein oder andere neu gelernt über Friedrich Merz“, so der SPD-Chef. Etwa, dass man verlässliche Absprache mit Merz treffen könne.

„Wir wollen gar nicht beste Freunde werden, aber ein Vertrauensverhältnis ist gerade dabei zu wachsen und das ist nicht unerheblich für das, was wir in diesem Land auch gemeinsam vorhaben“, gibt er im ARD-Talk preis. Caren Miosga bohrt nach, ob man sich schon untereinander duze. „Er hat mir in der Tat das Du angeboten. Seit drei Tagen duzen wir uns jetzt.“ Da sei auch sofort bei den Koalitionsverhandlungen aufgefallen. Klingbeil habe das Du-Angebot von Merz „gerne angenommen“.

Insgesamt habe der Sozialdemokrat mittlerweile schon das Gefühl, dass man „ein bisschen Strecke“ geschafft habe. Zusammen habe man drei Grundgesetzänderungen durch Bundestag und Bundesrat bekommen und die neue Bundestagspräsidentin Julia Klöckner ins Amt gewählt.

Der Fußball stehe dem Verhältnis zwischen den beiden nicht im Weg, feixt Klingbeil auf Nachfrage Miosgas. Schließlich sei seine Mannschaft, der FC Bayern, auf Platz 1. Die Dortmunder Borussia von Merz dagegen auf Platz 10. Da sei doch alles geklärt.

Miosga fragt Klingbeil: Schützt er Esken zu wenig?

Weniger locker fragt Miosga nach, als es um die Co-Parteivorsitzende Saskia Esken geht. Sie stellt in den Raum, dass Klingbeil die harte innerparteiliche Debatte über Esken laufen lasse, statt seine Genossin in Schutz zu nehmen.

Klingbeil bestreitet das. Er sei „ein gebranntes Kind“, was den Umgang mit der SPD-Spitze angeht. Als Generalsekretär habe er mitbekommen, wie Andrea Nahles und Martin Schulz fertig gemacht wurden. „Das gehört sich nicht. So will ich die SPD nicht“, macht er klar.

Esken wisse, dass er die Kritik an ihrer Person unfair finde und sie zurückweise. Klingbeil arbeite vertrauensvoll und eng mit ihr zusammen. Auf ein Bekenntnis, dass sie auch weiter Parteivorsitzende bleiben sollte, lässt sich der SPD-Stratege dann aber auch nicht ein. Nur warme Worte also für die Co-Chefin.

Ebenso lässt sich Klingbeil nicht festnageln bei Fragen zum Stand der Koalitionsverhandlungen. Einen Politikwechsel werde es geben, versichert er, und nennt als Beispiele die Reform des Bürgergeldes, mehr Zurückweisungen von Asylbewerbern an der Grenze sowie einen Abbau der Bürokratie.

Deutlich wird er aber in einem Punkt. Er werde „keinen Zentimeter davon abrücken“, dass der Koalitionsvertrag finanziell sattelfest sein müsse. Anders als bei der Ampel, wo einige Sätze des Vertrages je nach Partei anders interpretiert werden konnten, brauche es diesmal eindeutige Festlegungen, wie die riesigen Löcher im Haushalt gestopft und alle Maßnahmen gegenfinanziert werden. Hier bringt Klingbeil bei Miosga auch mögliche Steuererhöhungen für hohe Erbschaften und Vermögen ins Spiel. Das wird man nicht gerne hören bei Merz, Söder und Co.!


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