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RKI-Enthüllung: Jetzt dreht sich alles um einen Corona-Satz von Jens Spahn

Kritiker der Corona-Maßnahmen sind außer sich: Eine Stelle in den nun komplett veröffentlichen RKI-Protokollen sorgt für Aufsehen.

Jens Spahn und das RKI
© IMAGO / Herrmann Agenturfotografie

Corona-Pandemie: Bund droht Milliardenschaden durch Klagen von Maskenlieferanten

Der Bundesrepublik droht ein Milliardenschaden durch Klagen von Lieferanten von FFP2-Masken. Medienberichten zufolge werden derzeit rund einhundert Klagen von Händlern vor Gerichten verhandelt. Der Streitwert betrage insgesamt rund 2,3 Milliarden Euro, teilte das Bundesgesundheitsministerium demnach mit.

Paukenschlag in Berlin: Die Journalistin Aya Velázquez veröffentlichte am Dienstag die ungeschwärzten Protokolle des RKI-Krisenstabes während der Corona-Pandemie. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gibt sich cool. Er hätte diese Protokolle, die im Netz sogenannten RKI-Files, ohnehin in dieser Form noch veröffentlicht. Nun sei es aber geschehen, „ohne dass die Rechte Dritter, auch Mitarbeiter, vorher geschützt worden“.

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Besonders auf eine Stelle im Protokoll stürzen sich nun die Kritiker der Corona-Maßnahmen – es geht um eine Behauptung vom damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und anderer führender Politiker der Großen Koalition.

RKI-Protokoll: „Aus fachlicher Sicht nicht korrekt“

In den Protokollen vom 5. November 2023 heißt es zum Thema „Wissenschaftskommunikation“ wörtlich: „In den Medien wird von einer Pandemie der Ungeimpften gesprochen. Aus fachlicher Sicht nicht korrekt. Gesamtbevölkerung trägt bei. Soll das in der Kommunikation aufgegriffen werden?“ Der Krisenstab des Robert Koch-Instituts hat also darüber gesprochen, ob man als Forschungseinrichtung mit einem Mythos zu den Impfungen aufräumen müsste, wonach Corona-Ansteckungen vor allem die Ungeimpfen betreffen.

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Im Protokoll vermerkt ist dann:

„Sagt Minister bei jeder Pressekonferenz, vermutlich bewusst, kann eher nicht korrigiert werden.“

Der damalige Bundesgesundheitsminister war Jens Spahn. Hier steht demnach, dass das RKI dem Minister öffentlich nicht in den Rücken fallen wollte mit der Behauptung, dass es eine „Pandemie der Ungeimpften“ sei, obwohl man fachlich zu einer anderen Einschätzung gekommen ist. Weiter steht dort: „Dient als Appell an alle, die nicht geimpft sind, sich impfen zu lassen.“

Dass sich auch Geimpfte mit Corona ansteckten, war längst bekannt

Auf einer Pressekonferenz am 9. September 2021 sagte Jens Spahn: „Wir sehen auf den Intensivstationen, dass über 90-95 Prozent der Covid-19 behandelten Patienten dort nicht geimpft sind.“ Doch im Herbst des Jahres entwickelte sich die Lage in vielen Kliniken anders, die Quote der schwer erkrankten Geimpften stieg an. Allerdings muss man das ins Verhältnis setzen zum deutlich höheren Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung und vor allem bei den älteren Menschen, die zumeist von schweren Verläufen betroffen waren.

Auch in den Medien wurde die Frage aufgegriffen, wie sehr eine Impfung tatsächlich schützt oder nur die Symptome in der Regel deutlich milder ausfallen. So sprach der Virologe Alexander S. Kekulé im ZDF-Talk von Markus Lanz am 3. September 2021 von einer „unsichtbaren Welle der Geimpften“ im Herbst. Auch sein Kollege Christian Drosten sagte in einem Zeit-Interview aus dem November 2021: „Es gibt im Moment ein Narrativ, das ich für vollkommen falsch halte: die Pandemie der Ungeimpften. Wir haben keine Pandemie der Ungeimpften, wir haben eine Pandemie. Und wir haben Menschen, die noch sehr gefährdet sind, die älteren Ungeimpften.“


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Die RKI-Enthüllung bringt also keine neue Corona-Erkenntnis. Es steht allerdings die Frage im Raum, wieso das Institut in dieser Frage die wissenschaftliche Glaubwürdigkeit gegenüber politischen Zwängen aufgegeben hat.