Derzeit flutet Donald Trump Amerika mit neuen Gesetzentwürfen. Vor allem Trans-Personen liegen im Fokus des amerikanischen Präsidenten. Sie sollen eingeschränkt werden – im Sport, im Beruf und nun auch im Alltag. Daher möchte eine Trump-Parteikollegin jetzt Kurzhaarschnitte bei jungen Mädchen verbieten. Die Begründung: Die Frisuren passen nicht zum weiblichen Geschlecht.
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Dieses neue Gesetz könnte dafür sorgen, dass Eltern die Friseure ihrer Kinder verklagen könnten, sollten diese einen sogenannten „Tomboy“-Schnitt an Mädchen durchführen. Laut der Republikanerin Mary Bentley seien kurze Haare nicht der Identität eines jungen Mädchens zuzuordnen. Die Folge wäre laut des Vulnerable Youth Protection Act (deutsch: Gesetz zum Schutz der verletzlichen Jugend) eine „soziale Veränderung“ der Minderjährigen.
Trump will jede Form von „Transition“ verhindern
Doch nicht nur die Frisur von jungen Menschen könnte bald Probleme machen, auch jegliche Art von Handlung, die nicht zum jeweiligen Geschlecht der Person passt, soll strafbar werden. Heißt, dass auch der Verkauf von weiblicher Kleidung an einen Jungen oder die Ansprache mit selbsternannten Namen in Zukunft verboten werden soll.
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Den Weg für dieses Gesetz hat Mary Bentley geebnet. Laut der 63-jährigen Christin und Kurzhaarschnitt-Trägerin dürfe „niemand Kindern einreden, sie seien im falschen Körper geboren“. Bentley hält die Jugendlichen nur für „geschmacksverwirrt“ und fordert „Therapie für die psychische Gesundheit“.
Viel Kritik gegen das Gesetz
Noch wurde das Gesetz gegen die Kurzhaarschnitte bei Mädchen nicht verabschiedet. Grund dafür ist unter anderem der Protest von Transsexuellen in Amerika. Evelyn Rios Stafford kritisierte das Gesetz bei einer ersten Lesung hart. Die Bedenken der selbst transsexuellen 51-Jährigen richten sich direkt an die Jugendlichen: „Es vermittelt Trans-Kindern, dass sie keine verfassungsmäßig garantierten Rechte haben, um über ihren eigenen Körper zu bestimmen.“ Weiterhin befürchtet Stafford „eine Welle unbegründeter Klagen wegen absurdester Situationen“.
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Auch die Juristen in Amerika sehen das neue Gesetz kritisch. Es verletze das Recht auf die Redefreiheit der Jugendlichen und könne so kaum vor einem Bundesgericht verabschiedet werden. Bentley zog aufgrund der Kritik das Gesetz vorerst für Änderungen zurück, ist aber für ihre Hartnäckigkeit bekannt. Bereits in der Vergangenheit brachte sie Gesetze gegen Trans-Personen trotz großem Widerstand durch.