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ZDF-Interview sorgt für Empörung: Darum wäre Kriegsende in Ukraine „sehr nachteilig“

Die Nato scheint ein Interesse daran zu haben, dass sich Russland im Ukraine-Krieg abnutzt. Das sagt zumindest ein Experte.

Ukraine-Krieg
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Frieden mit Putin: Wann gibt es endlich Frieden in der Ukraine?

Immer wieder taucht die Behauptung auf, der Westen hätte einen ausgehandelten Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine verhindert. Stimmt das? Und wie realistisch ist ein Frieden zwischen den Kriegsparteien?

Kämpft die Ukraine nur um ihr Überleben oder gibt es auch andere Interessen. Dieses ZDF-Interview mit Militärexperte Marcus M. Keupp sorgt nun für Aufsehen.

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Über drei Jahre währt nun schon der Ukraine-Krieg. Das Resultat bisher: Hunderttausende Tote und Verletzte, zerstörte Städte. Gründe genug, den Krieg möglichst schnell zu beenden. Doch es gibt Militärexperten, die das anders sehen.

„Damit sich die Russen an den Ukrainern abnutzen“

Nun schrieb der Journalist Kevin Gensheimer auf X: „Mittlerweile ziehen deutsche Militärexperten in Betracht, den Krieg fortzusetzen, damit sich die Russen an den Ukrainern „abnutzen“ – und nicht an der NATO. Dafür kämpfen die Ukrainer sicherlich gerne und freiwillig!“

Er bezieht sich damit auf ein Interview von Dr. Marcus M. Keupp mit dem ZDF, in dem dieser sagte: „Man sagt immer: Das Kriegsende wäre angeblich positiv für die Ukraine. Ich bin da nicht so sicher. Genau aufgrund dieses Effektes könnte es sich noch als sehr nachteilig für die Nato erweisen, wenn sie mit der vollen Kraft der russischen Kriegsmaschinerie konfrontiert wird, die nicht mehr in der Ukraine abgenutzt wird. Ich sage ja immer gerne: Man soll froh sein, dass die Ukraine da ist und kämpft. Ansonsten stünde Russland schon an der polnischen Grenze.“

X-Nutzerin: „Krieg ist Frieden“

Eine X-Nutzerin schreibt dazu: „Heißt dann wohl, dass wir dafür sorgen müssen, dass in der Ukraine immer weiter gekämpft wird, damit der Russe nicht in der Lage ist, aufzurüsten. Es muss also Krieg herrschen, sonst kann es für uns keinen Frieden geben. Mit anderen Worten: „Krieg ist Frieden.“

Ein weiterer X-User widerspricht der Zusammenfassung durch den Journalisten. Er schreibt: „Sagt der Experte überhaupt nicht, sondern: Die Ukraine kämpft für ihre Freiheit und verteidigt dadurch auch unsere Freiheit vor dem neofaschistischen und imperialistischen Russland. Wir sollten daher froh sein und die Ukraine massiv unterstützen.“

Dem pflichtet ein anderer bei: „Die Ukrainer kämpfen für sich selbst. Nicht für uns. Aber wir können froh sein, dass sie es tun. Andernfalls hätten wir längst Krieg in ganz Europa.“