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Weltglücksbericht: Deutschland auf Platz 22 – „So viel Frust und Hass“

Finnland ist im Weltglücksbericht wieder auf Platz 1. Deutschland ist nur auf Platz 22. Wir haben gefragt, woran das liegt.

Weltglücksreport
© Mandy Buchholz / Der Westen

Der World Happiness Report 2025: Wie glücklich sind die Deutschen?

Der World Happiness Report 2025 ist da. Wie schneidet Deutschland ab und wer ist der Sieger? Reden wir drüber!

Laut dem aktuellen Weltglücksbericht bleibt Finnland das glücklichste Land der Welt und sichert sich damit zum achten Mal in Folge die Spitzenposition. Eng gefolgt von Dänemark, Island und Schweden, die ebenfalls für ihre hohe Lebensqualität und gute Sozialpolitik bekannt sind. 

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Deutschland konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze verbessern und belegt nun Platz 22. Die Schweiz rutschte von Platz 9 auf 13 ab, bleibt jedoch das glücklichste deutschsprachige Land. Österreich fiel auf Platz 17 zurück.  

Doch warum ist Deutschland so weit unten im Ranking? DER WESTEN hat die Deutschen gefragt, welche Gründe sie vermuten.

Weltglücksbericht: Da geht noch mehr

Fünffach-Mama Tabea Bostanjoglo überrascht die schlechte Platzierung von Deutschland im Ranking nicht: „Ich glaube, die Deutschen neigen dazu, alles Negative zu sehen und das hervorzuheben und nicht so das Positive, Alltägliche wahrzunehmen und das zu feiern. Das Wetter zum Beispiel oder das Kinderglück.“ Die 36-Jährige wünscht sich mehr Fokus auf die kleinen Dinge im Leben.

Das wünscht sich auch Daniela Pehlgrimm. Die 40-Jährige empfindet die Stimmung in Deutschland aktuell als sehr gedrückt. „Die Leute haben Angst voreinander, hab ich den Eindruck. Die Leute gehen nicht mehr in die Interaktion, das Zwischenmenschliche geht unter und ich glaube, das macht ganz viel. Dadurch fühlen sich die Leute auch nicht mehr so glücklich.“

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Der Weltglücksbericht wird jährlich von einem interdisziplinären Forscherteam um das Wellbeing Research Centre der Universität Oxford zum Weltglückstag am 20. März veröffentlicht. Er liefert Einblicke in die Zufriedenheit und die wahrgenommene Lebensqualität der Menschen weltweit. In Finnland haben die Menschen vor allem großes Vertrauen in ihre Regierung. Das sieht bei vielen Deutschland gerade anders aus.

„So viel Frust und so viel Hass“

„Ich glaube, die letzten Jahre haben das deutlich gezeigt, dass das Vertrauen komplett verloren gegangen ist. Die Wahlergebnisse haben das auch widergespiegelt. Ich verstehe die Leute.“ sagt Daniela Pehlgrimm.

Auch der 25-jährige Markus Ücker fühlt diesen Frust schon seit einigen Monaten: „Politisch dachte ich mir jetzt gerade erst bei der Wahl, was für ein Parteien-Pluralismus wir haben, dass man gar nicht mehr weiß, was man wählen soll.“ Die negative Stimmung führt sich fort. Der 29-jährige Klas ist sich sicher: „Es ist einfach so viel Frust und so viel Hass. In erster Linie auch politischer Natur.“


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Haben wir im nächsten Ranking überhaupt eine Chance auf den ersten Platz? Dafür bräuchte es laut Musikpädagogin Maren Voermans einige Maßnahmen – abgeguckt bei unseren glücklichen Nachbarn: Für sie bräuchte es „für Deutschland genau das, was die Skandinavier richtig machen: Eine bessere Sozialpolitik, Bildungspolitik.“ Auch Daniela Pehlgrimm wünscht sich „Mehr Menschlichkeit.“ Für sie fängt das allerdings bei jedem einzeln an: „Dafür ist nicht die Politik verantwortlich, sondern jeder einzelne.“