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NRW-Stadt verschärft umstrittenes Verbot – „Unbegreiflich“

Das Verweilverbot auf dem Brüsseler Platz in NRW sorgt für Diskussionen. Jetzt will die Stadt noch härter durchgreifen. Viele sind sauer.

© Ann-Kathrin Ullrich/ DER WESTEN

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Seit dem 7. Februar 2025 kam es zu einem großen Einschnitt in der Kölner Ausgehszene (NRW). Auf dem Brüsseler Platz im beliebten Belgischen Viertel herrscht ein striktes Verweilverbot: An Freitagen, Samstagen und an den Abenden vor Feiertagen wird der Feier-Hotspot von 22 bis 6 Uhr zur Ruhezone.

Doch nun will die Stadt die Regeln verschärfen: Das Aufenthaltsverbot soll auf alle Wochentage ausgeweitet werden. Das stößt nicht überall auf Zustimmung. Viele Kölner und Anwohner kritisieren gegenüber DER WESTEN die harten Maßnahmen.

Verweilverbot ab 22 Uhr: Stadt Köln greift hart durch

Das Verweilverbot in der NRW-Stadt verbietet Feierwütigen am Wochenende in den späten Abendstunden den Brüsseler Platz. Doch jetzt will die Stadt noch einen Schritt weiter gehen: Das bedeutet, dass der Platz von Montag bis Sonntag zur nächtlichen Ruhezone wird. Auch die Gastronomie müsste dann ihre Außenbereiche bereits um 22 Uhr schließen.

Bereits am Freitag, dem 14. März 2025, hat die Stadt eine Beschlussvorlage zur Einführung einer neuen Verordnung vorgelegt, die diese Verschärfung regeln soll.

Ein Plakat kurz vor dem Brüsseler Platz in Köln macht es deutlich: Freitags, samstags und vor Feiertagen gibt es ein Verweilverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Foto: Ann-Kathrin Ullrich/ DER WESTEN

Die Stadt rechtfertigt die beabsichtigten Verschärfungen im Belgischen Viertel wie folgt: „Diese Anpassung gegenüber der Allgemeinverfügung resultiert aus den Erfahrungen und den gemessenen Lärmimmissionen. Wegen der großen Beliebtheit des Brüsseler Platzes im Belgischen Viertel kommt es bei trockener Witterung regelmäßig an allen Wochentagen zu Menschenansammlungen.“

Die endgültige Entscheidung soll bei der Ratssitzung am 3. April 2025 fallen. Doch schon jetzt ist der Ärger über die Maßnahme groß. Schon nach den ersten Einschränkungen an den Wochenenden hatten viele Gastronomen in NRW heftige Kritik geübt.

Anwohner toben: „Ich bin richtiger sauer!“

Wir haben uns auf dem Brüsseler Platz mal umgehört und viele wütende Stimmungen eingefangen. „Ich bin richtig sauer! Da wird keine Rücksicht auf die Leute genommen und alle, die Lust auf ein Kölsch im Freien haben, genommen. Einfach unbegreiflich!“, wütet Thomas Jansen (53). Und er ist nicht der Einzige, der sich über die geplanten Verschärfungsmaßnahmen aufregt.

„Wenn die Stadt das Verweilverbot am Brüsseler Platz jetzt noch auf die ganze Woche ausdehnt, wird hier niemand mehr Spaß haben können. Das ist eine Riesenübertreibung! Wo soll das noch hinführen?“, fragt sich Peter Groß (42). „Das ist doch wirklich nicht mehr nachvollziehbar. Wenn die Stadt jetzt das Verweilverbot auf alle Wochentage ausdehnt, verliert Köln ein Stück seiner Identität“, klagt Maja Vogel (21).

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Es gibt aber auch einige Personen, die das Aufenthaltsverbot sehr gut finden und auch die verschärften Maßnahmen nur befürworten. „Ehrlich gesagt, finde ich es eine gute Entscheidung. Ich wohne direkt am Brüsseler Platz und konnte schon seit Jahren nicht mehr richtig schlafen“, offenbart Anna Yılmaz (46) gegenüber DER WESTEN. „Ich finde das Verweilverbot völlig in Ordnung. Der Lärm hier am Wochenende war einfach unerträglich. Endlich ist mal Ruhe“, findet auch Claudio Müller (51).


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Die Meinungen zu dem Verweilverbot auf dem Brüsseler Platz gehen auseinander. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt und wie der Kölner Stadtrat am Donnerstag, 3. April, entscheidet.