So offen, so ehrlich und so sauer hatte man Kees van Wonderen zuvor noch nicht gesehen. Dem Trainer des FC Schalke 04 war nach dem 3:3-Unentschieden bei Greuther Fürth der Kragen geplatzt. Er nahm seine Defensive auseinander und schoss auch gegen die S04-Führung.
Doch wie sind diese so deutlichen Aussagen intern angekommen? Interimssportdirektor Youri Mulder hat sich nun zu Wort gemeldet. Die Botschaft des Ex-Profis war deutlich: Man solle die Aussagen des Cheftrainers vom FC Schalke 04 nicht zu hoch hängen.
FC Schalke 04: Mulder stärkt van Wonderen den Rücken
Van Wonderen zeigte mit seinen Aussagen, dass sich in den vergangenen Wochen und Monaten einiges in ihn angestaut hatte. Er feuerte gegen seine Defensive, gar gegen einzelne Spieler – ohne konkrete Namen zu nennen – und gegen die S04-Führung inklusive der Transferpolitik.
Mulder hingegen blickte recht gelassen auf die Kritik des Cheftrainers. „Man kann mal Tacheles reden. Es war ja nicht das erste Mal, dass wir zu viele Tore bekommen. Auch in der Kabine wird das angesprochen. Solange niemand persönlich angegriffen wird, werde ich mich vor den Trainer stellen“, so der Niederländer am Dienstag (01. April) in einer Medienrunde.
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„Es ist gut, dass man manchmal ein bisschen übertreibt, um eine Reaktion zu bekommen“, machte er deutlich. Dabei zog er einen Vergleich zu Trainerlegende Huub Steven: „Huub hat auch alle drei Wochen draufgehauen. Ich bin einmal zu ihm hingegangen und habe gefragt: Muss das immer sein? Aber im nächsten Spiel habe ich dann wieder versucht, dem Trainer zu zeigen, dass er Unrecht hat.“
Van Wonderen zeigt sich selbstkritisch
Mulder verteidigt die Aussagen seines Landsmannes und stellt sich deutlich hinter van Wonderen. „Kees schaut auch in den Spiegel“, machte der Sportchef klar. Und der Coach relativierte seine Kritik selbst ein wenig – vor allem in Bezug auf Youngster Felipe Sanchez. „Ich bin seit 19 Zweitligaspielen Trainer, Felipe hat drei davon gemacht. Er ist nicht verantwortlich für die 49 Gegentore“, so der 56-Jährige.
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„Ich bin verantwortlich dafür, dass es besser wird. Aber es nervt mich, wenn das zu lange dauert. Dann gibt es Momente, in denen du kritischer wirst“, so der S04-Coach selbstkritisch. Intern dürfte es ohnehin längst geklärt sein – schließlich geht es schon wenigen Tagen mit dem nächsten wichtigen Spiel weiter. Dazu ist das große Saisonziel, der Klassenerhalt, noch nicht endgültig erreicht.