Das muss man erstmal schaffen: Innerhalb von nur zwei Rennwochenenden hat Rekordweltmeister Lewis Hamilton bei Ferrari schon alles erlebt. Strategiefehler beim Saisonstart der Formel 1, Sprint-Sieg in China, Disqualifikation im Grand Prix.
Insgesamt ist die Stimmung bei der Scuderia entsprechend angeschlagen. Zufrieden ist niemand – insbesondere, weil auch Charles Leclerc in China disqualifiziert wurde. Ferrari hinkt schon wieder hinterher. Doch Lewis Hamilton (der zuletzt ein Comeback ins Spiel brachte) hatte offenbar nichts anderes erwartet!
Lewis Hamilton: Doch kein Heilsbringer?
Seit fast 20 Jahren wartet Ferrari bald auf einen WM-Titel in der Königsklasse. 2008 konnte man letztmals die Team-Wertung gewinnen. Es kommt einer Beleidigung der stolzen Tifosi gleich. Denn in den letzten Jahren fiel Ferrari vor allem durch peinliche Pannen und Fehler auf.
Mit der Verpflichtung des Rekordweltmeisters, so dachte man, würde alles besser werden. Lewis Hamiltons Ankunft in Maranello löste eine Welle der Euphorie aus. Doch nur mit seiner bloßen Anwesenheit kann auch er keine Wunder vollbringen. Deshalb stellt der Formel-1-Star jetzt klar: Er hatte schon mit solchen Problemen gerechnet.
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Hamilton kontert Berichte
„Jemand sagte etwas davon, dass ich den Glauben an das Team verliere“, erklärt Hamilton jetzt in Bezug auf die Disqualifikation in China, „was völliger Unsinn ist!“ Er habe weiterhin vollstes Vertrauen in seine Mannschaft.
„Ich weiß nicht, ob alle erwartet haben, dass wir vom ersten Rennen an gewinnen und in unserem ersten Jahr gleich eine Meisterschaft gewinnen“, sagt er und enthüllt: „Das war nicht meine Erwartung.“ Ihm sei völlig klar gewesen, dass alles seine Zeit brauchen werde.
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Eine ehrliche Beichte, die zumindest insofern überrascht, als dass Lewis Hamilton ja eigentlich zu Ferrari gekommen ist, um seinen achten Titel zu gewinnen. Das ist sein letztes großes Ziel und dafür braucht er eigentlich ein siegfähiges Team und keines in der Entwicklung – sonst hätte er auch bei Mercedes bleiben können.
Lewis Hamilton nimmt Ferrari in Schutz
Die Wahrheit ist aber wohl, dass er für den Traum von einem Titel in Rot diesen holprigen Start in Kauf genommen hat. In Japan will er wieder angreifen und sagt, dass er – im Gegenteil zur öffentlichen Meinung – beeindruckt gewesen sei, wie sein Team die Doppel-Disqualifikation weggesteckt habe.