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Demo gegen Rechts zieht durch Essen – Rettungseinsatz, Vorfälle und Stimmen

Tausende Menschen wollten nochmal ein Zeichen setzen. Alle Einzelheiten zur Demo gegen Rechts am Samstag (22. Februar) in Essen.

Demo gegen Rechts in Essen
© Chaleen Goehrke/ DER WESTEN

Das ist Alice Weidel

Alice Weidel gehört zu den wohl umstrittensten und bekanntesten Politikerinnen Deutschlands. Erfahre im Video mehr zu ihrer Person, Herkunft und politischen Laufbahn.

Bis zur Bundestagswahl sind es keine 24 Stunden mehr. Deshalb rief das Essener Bündnis „Gemeinsam Laut“, bestehend aus den Gruppen „Aufstehen gegen Rassismus“, „Essen stellt sich quer“ und „Zusammen gegen Rechts Essen“ nochmal zu einer Demo gegen Rechts auf.

Am Samstag (22. Februar) kamen laut Polizei-Angaben 8.500 Menschen zur Anti-Rechts-Demo in Essen. Laut den Veranstaltern waren es am Ende sogar über 10.000 Teilnehmer. DER WESTEN war dabei und hat genau hingesehen und hingehört.

Demo in Essen: Das bewegt die Teilnehmer

Ab 14 Uhr wird es langsam aber sicher voller in der „Grünen Mitte“ in Essen unweit vom Limbecker Platz. Die Demonstranten werden von lauter Musik und Rednern willkommen geheißen. Auf zahlreichen Plakaten lassen die Demonstranten ihrem Unmut freien Lauf. Dabei taucht vor allem ein Name besonders oft auf: Merz. „Herz statt Merz“, „Wer Merz wählt, wählt die AfD“ oder „SchMERZ lass nach – mit Faschos stimmt man nicht ab“ war dort zu lesen.

Demonstranten mit Merz-Plakaten in Essen
Demonstranten mit Merz-Plakaten in Essen Foto: Chaleen Goehrke/ DER WESTEN

Nach dem schrecklichen Angriff auf eine Kindergartengruppe in Aschaffenburg versuchte die Union ein „Zustrombegrenzungsgesetz“ im Bundestag durchzusetzen – im Notfall auch mit Stimmen der AfD. Der Antrag wurde abgelehnt, doch aus Sicht vieler Menschen hat Friedrich Merz damit sein Versprechen, die „Brandmauer zur AfD“ aufrecht zu halten, gebrochen. Auch gegenüber DER WESTEN äußern die Demonstranten große Bedenken.

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„Meiner Meinung nach war das berechnend. Ich kann mir gut vorstellen, dass Merz auch sein Versprechen, dass er nicht mit der AfD zusammenarbeiten werde, brechen wird“, glaubt Celina Leier. Emily ist dagegen sicher: „Egal ob Friedrich Merz mit der AfD zusammen arbeiten wird oder nicht, er ist ein Populist und schadet uns allen.“ Thomas Zumbrink ist dagegen gespalten: „Ich glaube nicht, dass er eine Koalition mit der AfD bilden wird. Aber natürlich hat er sich mit dem Antrag unglaubwürdig gemacht, das hat er sich selbst eingebrockt.“

Aber bei einem Punkt sind sich alle einig: „Wir wollen in einer offenen und toleranten Welt leben, wo kein Mensch Angst haben muss auf die Straße zu gehen – egal, wo er herkommt!“

Provokation und Beleidigungen – Polizei greift ein

Bevor sich der Demozug auf den Weg macht, wird die gute Laune plötzlich von einer Durchsage unterbrochen. „Medizinischer Notfall!“, heißt es auf einmal. Doch was war passiert? Einer Teilnehmerin ging es laut Polizeiangaben plötzlich nicht gut, sodass sie Hilfe bei den Sanitätern suchte. Zwischenzeitlich lag die Frau abseits des Treibens auf dem Boden und wurde versorgt. Ein Rettungswagen wurde zur Sicherheit hinzugerufen.


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Anschließend zieht die Menge durch die Essener Innenstadt – stets in Begleitung der Polizei. Dabei kommt es zu keinen „besonderen Vorkomnissen“, wie die Polizei mitteilt. Allerdings gab es eine kleine Provokation am Rande der Demo. Ein junger Mann tauchte plötzlich mit einem AfD-Plakat auf, auf dem groß „Weidel“, der Name der AfD-Kanzlerkandidatin, geschrieben stand. Es kam zu einer Auseinandersetzung mit einem Demonstranten. Die Polizei schritt ein und der Außenstehende stellte Strafanzeige gegen den Demonstranten wegen Beleidigung, wie ein Polizeisprecher erklärte.

Ansonsten verlief die Demo in Essen friedlich und endete gegen 17 Uhr da, wo sie begonnen hatte: in der Grünen Mitte. Hier löste sich die Menge weitgehend auf. Ein paar Teilnehmer blieben noch, um weitere Reden und Gesangsbeiträge zu hören.