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Gelsenkirchener macht Finanzministerium irren Vorschlag – mit der Antwort rechnete niemand

Ein Gelsenkirchener machte dem Bundesfinanzministerium einen irren Vorschlag. Als er einen Brief erhält, kann er es selbst kaum glauben.

© IMAGO/Herrmann Agenturfotografie

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Die Veltins Arena, die Zoom Erlebniswelt, Schloss Horst und Schloss Berge, der Nordsternpark, … die Liste an Sehenswürdigkeiten in Gelsenkirchen ist lang. Auch die Geschichte des Bergbaus hat unter anderem hier ihre Wurzeln. Wenn es nach den Anwohnern ginge, könnte das ruhig angemessen gewürdigt werden.

Einen Vorstoß in diese Richtung hat jetzt ein Gelsenkirchener gemacht. Denn beim Blick auf die 2-Euro-Sondermünzen fiel auf, dass das Ruhrgebiet bislang noch auf gar keinem Geldstück verewigt wurde. Das könnte sich aber eventuell bald ändern.

Gelsenkirchener erhält unerwartete Post

Warum hat das Ruhrgebiet noch keine eigene 2-Euro-Münze? Gerade in Gelsenkirchen wurde das kürzlich in einer Facebookgruppe zum Thema. Gesagt, getan! Denn Michael Liedtke, der in Gelsenkirchen-Buer wohnt, machte den Vorstoß – und schickte den Themenvorschlag kurzerhand ans zuständige Bundesfinanzministerium.

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„Ich rege an, dass dem Bergbau und den Bergleuten in Deutschland das Motiv einer 2-Euro-Münze gewidmet wird, um das Andenken und die Leistungen des Bergbaus und der Bergleute zu würdigen“, begründete er den Wunsch um eine eigene 2-Euro-Münze fürs Ruhrgebiet in einem Schreiben, das er DER WESTEN zur Verfügung stellte. „In den deutschen Bergbauregionen, vor allem im Ruhrgebiet und auch an der Saar haben Urgroßvater, Großvater, Vater und Mann im Bergbau malocht. Und Tausende von Bergleuten, die im Bergbau – härter als in anderen Branchen – gearbeitet haben, haben teilweise ihr Leben und ihre Gesundheit für die Energieversorgung Deutschlands gegeben.“

Dieses Schreiben erhielt der Gelsenkirchener vom Bundesfinanzministerium. Foto: Michael Liedtke

Finanzministerium meldet sich bei Gelsenkirchener

Weiter heißt es in seinem Schreiben: „Diese Leistung muss angemessen gewürdigt werden. Die bestehenden Besucherbergwerke und andere historische Stätten können zwar besucht werden. Aber nichts wäre bedeutsamer und wichtiger als eine Münze, die Menschen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa, ständig in Händen halten und die damit die Erinnerung wach hält und die Wertschätzung ausdrückt.“ Als Oberthema der Sondermünze schlug Liedtke den Titel „Bergbau und Bergleute“ vor und schickte sein Schreiben kurzerhand ab. Ob er eine Antwort darauf erhalten würde, war ungewiss. Doch dann rührte sich etwas.


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Denn Ende Januar landete dann tatsächlich ein Schreiben vom Bundesministerium für Finanzen bei dem Gelsenkirchener im Briefkasten – mit einer überraschenden Antwort. „Ihre Anregung wurde in die Planung des Münzprogramms 2027 aufgenommen“, heißt es darin.

Noch in diesem Herbst soll sich das Expertengremium beim Bundesministerium für Finanzen über die Vorschläge für das Ausgabejahr 2027 beraten. „Die endgültige Entscheidung über das jeweilige Ausgabeprogramm wird durch den Bundesminister der Finanzen getroffen.“ Eine Anfrage von DER WESTEN beim Bundesfinanzministerium zum Thema blieb bislang unbeantwortet. Aber vielleicht erhält das Ruhrgebiet dann schon in zwei Jahren seine eigene 2-Euro-Münze.