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Gelsenkirchen: „Washington Post“ schaut wegen Taylor Swift vorbei – und kommt zu vielsagendem Schluss

Wegen Taylor Swift sind massenweise Fans und Promis nach Gelsenkirchen gekommen. Die US-Zeitung „Washington Post“ denkt deshalb einen Schritt weiter.

© Ralf Rottmann /Funke Foto Services & /imago images / D. Kerlekin/Snowfield Photography

DAS halten "Swifties" von Gelsenkirchen

Mit dieser Reaktion der Swift-Fans konnte niemand rechnen.

Gelsenkirchen? Bis vor Kurzem haben wohl die wenigsten US-Amerikaner von der Existenz der Ruhrpott-Stadt gewusst. Doch dann tauchte der Name Gelsenkirchen auf der Liste der „Eras Tour“ von Taylor Swift auf.

Seitdem ist die Ruhrpott-Stadt in aller Munde. Erst machte sich US-Late-Night-Star Jimmy Kimmel über Gelsenkirchen lustig (mehr hier >>>), dann brach während der EM 2024 die große „Shithole-Debatte“ aus (hier mehr Details >>>). Anschließen hat sich die Ruhrgebietsstadt für Taylor Swift mächtig ins Zeug gelegt – so sehr, dass es sich sogar bis zur „Washington Post“ herumgesprochen hat.

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Gelsenkirchen im Fokus der „Washington Post“

Ein vorübergehender Stein auf dem „Walk of Fame“ der Stadt, ein tagelanger Markt mit dem Namen „Taylor Town“ mitten in der City, eine Bogestra-Bahn im Stile der „Eras Tour“ und Selfie-Spots mit Pappfiguren von Taylor Swift, wohin das Auge reicht. Der renommierten US-Zeitung ist nicht entgangen, wie sehr sich Gelsenkirchen für die drei Auftritte des US-Megastars ins Zeug gelegt hat.


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Besonders verblüfft zeigte sich die „Washington Post“ über die schwarz-gelben „Swiftkirchen“-Schilder, die an verschiedenen Stellen in Gelsenkirchen hingen: „Literally, the churches of Swift“, übersetzt die Autorin ins Englische. In der Zeitung kommen zahlreiche Fans aus Übersee zu Wort. Einige erklären, dass sie das Konzert zum Anlass für eine Europa-Tour genommen haben. Andere verweisen darauf, dass die Tickets deutlich günstiger als in den USA gewesen seien.

„Gelsenkirchen ist vielleicht der ultimative Test“

Die „Washington Post“ beleuchtet in ihrem Artikel auch die Probleme der Stadt. Den misslungenen Strukturwandel nach dem Ende des Bergbaus, die Kinderarmut und niedrige Einkommen. Gelsenkirchener erklären, dass sie ihre Stadt trotz der Macken lieben und zum Guten verändern wollen. So wie Julia Meya und Marius Rupieper, die bei der Organisation der „Taylor Town“ mitgeholfen haben.


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Meya betont, dass ihr die Reaktionen der Gelsenkirchener auf die „Taylor Town“ und die Freude der Swifties Tränen in die Augen getrieben hätte. Es ist zwar nicht das erste Mal, dass Superstars nach Gelsenkirchen kommen. In den 1990er-Jahren spielte Michael Jackson im Parkstadion und im vergangenen Jahr waren die Rolling Stones in der Veltins-Arena zu sehen. „Die Fan-Base macht aber dieses Mal den Unterschied“, sagt Rupieper und hofft: „Vielleicht ist es der Beginn von etwas, bei dem die Stadt wirklich Gastgeber sein kann, wenn internationale Stars hierherkommen.“

Für die „Washington Post“ ist Gelsenkirchen deshalb „vielleicht der ultimative Test, ob Taylor Swift, wie sie singt ‚den ganzen Ort zum Leuchten bringen‘ kann.“ Zumindest für drei Tage hat das schon einmal funktioniert.